Der Hexenschuss: Symptome und Behandlung
Eine unbedachte Bewegung gemacht, einen schweren Gegenstand gehoben, schon ist er da: Einen Hexenschuss erleben viele Menschen mindestens einmal im Leben. Der Schmerz ist stark, doch er lässt sich lindern.
Ein plötzlich auftauchender, starker und anhaltender Schmerz im unteren Rücken – der Hexenschuss tritt oft von einem Moment auf den anderen auf. Im Mittelalter glaubten die Menschen daher, dass Hexen schuld an den plötzlichen Rückenschmerzen sind.

Heute wissen wir es besser. Auslöser ist häufig eine falsche Bewegung, oft ausgelöst durch eine ungewohnte oder schnelle Bewegung, z. B. ruckartiges Drehen oder zu schnelles Bücken. Auch das so genannte Kreuzbein-Darmbein-Gelenk kann betroffen sein. Verspannungen im Rücken können ebenfalls einen Hexenschuss auslösen – mehr darüber, was bei Verspannungen hilft, finden Sie hier.
Seltenere Ursachen sind Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule und der Verschleiß von Gelenken, zum Beispiel im Rahmen von rheumatischen Erkrankungen. Betroffene vermuten dann manchmal fälschlicherweise einen Bandscheibenvorfall.

Der Hexenschuss wird in der Medizin als Lumbago oder akute Lumbalgie bezeichnet. Ist zusätzlich der bekannte Ischias-Nerv betroffen, spricht man von einer Lumboischialgie. Der Schmerz strahlt auch in das betroffene Bein aus. Sollten Ihre Schmerzen von Kribbeln und Taubheitsgefühlen in den Beinen begleitet werden, oder sogar von leichten Lähmungserscheinungen, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Woran erkenne ich einen Hexenschuss?

So stark ein Hexenschuss auch schmerzt, in den meisten Fällen ist er relativ harmlos. Überwiegend wird angenommen, dass sich die akuten Beschwerden in sechs Wochen um etwa die Hälfte zurückbilden und 68 – 86 % der Betroffenen können innerhalb eines Monats ihre Arbeit wieder aufnehmen. (Andere Studien berichten allerdings, dass über die Hälfte der Betroffenen auch nach 12 Monaten nicht schmerzfrei sind.) Auch kommt es häufig zu Rückfällen und erneuter Arbeitsunfähigkeit.*

Die Schmerzen treten recht plötzlich nach einer ganz bestimmten Bewegung auf. Häufig ist zusätzlich die Bewegungsfreiheit eingeschränkt und Bücken zum Beispiel kaum möglich.

Mehr über Rückenschmerzen erfahren Sie hier und Infos zu Nackenschmerzen herhalten Sie hier.

Grundsätzlich ist es ratsam, bei jeder Unsicherheit sowie sehr starken Schmerzen oder Sensibilitätsausfällen die Situation ärztlich abklären zu lassen. Sie sollten beispielsweise prüfen lassen, ob zusätzlich Nerven betroffen sind. Je nach Stärke der Schmerzen und etwaigen Begleitsymptomen wird der Arzt einschätzen können, ob weitere Untersuchen sinnvoll sind. Untersuchen lassen sollten Sie sich auch, wenn der Schmerz nach vier bis sechs Wochen nicht verschwindet oder wenn er gar schlimmer wird. Auch, wenn Wärme die Schmerzen verstärkt, statt sie zu lindern, bitte unbedingt zum Arzt gehen – wahrscheinlich liegt dann doch kein Hexenschuss vor.

Hexenschuss – was kann ich tun?

Wie Sie Ihren Hexenschuss am besten behandeln, hängt auch von der Ursache ab. Liegt sie, so wie meistens, an winzigen Verschiebungen der Wirbelkörper oder Muskelverspannungen, wird der Hexenschuss von selbst verschwinden.

Deshalb sollten Sie aber nicht tatenlos bleiben – im wahrsten Sinne des Wortes: Schonhaltungen sind, entgegen dem häufigen Reflex, bei der Heilung eher hinderlich. Versuchen Sie also, sich trotzdem zu bewegen. Halten Sie sich nicht gekrümmt, denn das erzeugt nur neue Verspannungen und damit eventuell auch Muskelschmerzen. Lesen Sie auch, was bei Muskelschmerzen hilft.
Kurzzeitig helfen kann die Stufenlagerung: auf den Rücken legen, Beine in der Hüfte und den Knien rechtwinklig beugen, am besten mit Hilfe eines von der Höhe passenden Stuhls oder Hockers. Halten Sie aber bitte keine dauerhafte Bettruhe!

Einfacher wird all dies, wenn Sie parallel gegen die Schmerzen vorgehen. Auf natürliche Weise können hier Wärmepflaster wie Thermaplast Spiral Heat Linderung schaffen. Bei Wärme entspannt sich die Muskulatur, was beispielsweise eine darauffolgende Massage weniger schmerzhaft macht. Erzeugt wird die Wärme mithilfe von Aktivkohle, Eisenpulver und Sauerstoff. Die Pflaster sind praktisch und man kann sich mit ihnen normal durch den Tag bewegen, anders als beispielsweise mit einer ebenfalls hilfreichen Wärmflasche oder Kirschkernkissen. Erfahren Sie, welche Wärmepflaster es gibt.
Auch Schmerztabletten helfen – bitte aber in Absprache mit einem Arzt oder Apotheker. Versuchen Sie in jedem Fall, die Dosis und Dauer auf das erträgliche Minimum zu reduzieren.
Vermeiden Sie lange Schonhaltungen und versuchen Sie, in Bewegung zu bleiben!

Behandlungstips bei Rückenschmerzen von Dr. Gerd Müller

Der Orthopäde Dr. Gerd Müller beschäftigt sich seit vielen Jahren mit akuten und chronischen Rückenschmerzen. In dem Video erfahren Sie mehr über die verschiedenen Einflussfaktoren, welche Rolle die Muskulatur spielt und was sich gegen die Beschwerden unternehmen lässt.

Hexenschuss – wie kann ich vorbeugen?

In der Regel ist eine geschwächte Rückenmuskulatur „schuld“ an dem starken Schmerz. Mit Bewegung und Sport lässt er sich also vorbeugen. Eine Garantie bietet das nicht: In Deutschland haben etwa 70 % der Erwachsenen mindestens eine Rückenschmerzepisode pro Jahr.* Allerdings hat in der westlichen Welt mit viel Schreibtischarbeit und wenig Bewegung auch ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung seine Rückenmuskeln geschwächt.
Die gute Nachricht: Das kann jeder Mensch schnell ändern. Yoga, Schwimmen oder Rückenkurse helfen, die Muskeln zu trainieren. Sinnvoll ist auch ein generell aktiverer Lebensstil. Lieber Bahn und Bus statt Auto, noch lieber zu Fuß und mit dem Fahrrad fahren. Arbeit ab und zu im Stehen erledigen – wer keinen höhenverstellbaren Schreibtisch hat, kann sich behelfen: Führen Sie bestimmte Tätigkeiten möglichst immer im Stehen oder wenn möglich im Gehen aus, zum Beispiel Telefonate. Achten Sie auf Ihre Schrittzahl am Tag – je mehr desto besser. Aber setzen Sie sich lieber ein individuelles Ziel, das für Sie realistisch ist.
Sinnvoll ist, vor allem vor dem Anheben und Tragen schwerer Lasten den Rücken kurz zu mobilisieren, also sich einmal zu recken und zu strecken, und generell auf genug Wärme am Rücken zu achten.

* https://www.aerzteblatt.de/archiv/175568
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