Wie entstehen Verspannungen und was können Sie dagegen tun?
Viele von uns sitzen den ganzen Tag konzentriert aber dafür unbewegt am Rechner. Das kann sich rächen, denn unser Körper ist dafür nicht gemacht. Er ist unterbeschäftigt und reagiert häufig mit Verspannungen – vor allem rund um den Nacken und die Schulter.

Schreibtischtäter kennen das: Man arbeitet den ganzen Tag konzentriert an einer Präsentation und abends melden sich ziehende, dumpfe Schmerzen im Nacken und in den Schultern – eine typische Verspannung. Doch wie kommt eine solche Verhärtung eigentlich zustande?

Was genau sind Verspannungen und wie entstehen sie?

Um unseren Körper stabil in Balance zu halten, wird unsere Halswirbelsäule durch eine ganze Reihe von Muskeln unterstützt. Werden diese nur einseitig oder Teile davon gar nicht trainiert, kann es zu Dysbalancen kommen – zu muskulären Ungleichgewichten.

Eine solches Ungleichgewicht entsteht, wenn einzelne Muskelgruppen kontinuierlich angespannt sind. Auf Dauer kann sich die Muskulatur dadurch verkürzen und verhärten. Und gerade solche untrainierten, verhärteten Muskeln neigen schneller zu Verkrampfungen. Das kann zum Beispiel passieren, wenn Sie eine plötzliche ruckartige Bewegungen machen oder aber längere Zeit in ein und derselben Position verweilen, wie in unserem Arbeitsalltag häufig üblich – zum Beispiel am Schreibtisch.
Eine abrupte Bewegung genügt dann bereits, um die Balance der Muskulatur aus dem Gleichgewicht zu bringen. Es tritt das Gefühl einer Blockade auf und die Beweglichkeit ist deutlich eingeschränkt. Die Blutversorgung stockt und Schmerzen im Nacken entstehen, die auch in andere Körperregionen, wie Schultern oder Kopf, ausstrahlen können.
Das Fatale: An dieser Stelle kann eine Schmerzspirale beginnen. Denn um weitere Schmerzen zu vermeiden, nehmen wir immer wieder (auch unbewusst) eine Schonhaltung ein, um die betroffenen Stellen zu entlasten. Genau das führt aber zu weiteren Muskelverspannungen und damit zu neuen Schmerzen. Daher empfiehlt es sich, bereits bei den ersten Anzeichen von Verspannungen etwas dagegen zu tun. Hier lesen Sie mehr über Rückenschmerzen und Nackenschmerzen.

Welches sind die Ursachen von Verspannungen?

Eine wichtige Ursache einer Verspannung sind sicherlich, wie oben erwähnt, muskuläre Dysbalancen, hervorgerufen durch schwache, oder nur partiell trainierte Muskeln in Zusammenhang mit über einen längeren Zeitraum eingenommenen, ungünstigen Körperhaltungen. Mit anderen Worten: falsch am Schreibtisch sitzen! Aber das ist nicht die einzige Ursache: Grob gesagt lassen sich die Auslöser und Ursachen in vier Kategorien einteilen:
1. Fehlhaltungen
Eine dauerhaft unnatürliche Sitzhaltung am Schreibtisch führt ziemlich sicher irgendwann zu Verspannungen. Um das zu vermeiden nimmt der Körper unbewusste eine Schonhaltung ein, die dann zu weiteren Muskelverspannungen, Verhärtungen und Muskelkrämpfen führt: Ein Teufelskreis entsteht. Bei dauerhaft chronischen Muskelverspannungen kann es sogar zu einer Reduzierung des Muskelgewebes (Atrophie) kommen.
2. Fehlbelastungen
Eine dauernde Fehlbelastung kann zum Beispiel infolge von Sport oder bei sich wiederholender körperlicher Arbeit auftreten. Die Muskeln überdehnen sich oder können sogar zerren. Der Körper reagiert darauf mit einer verstärkten Anspannung derjenigen Muskeln, welche die geschädigten Muskelgruppen entlasten sollen. So entsteht auch ein muskuläres Ungleichgewicht mit möglichen Muskelverkürzungen und -versteifungen.
3. Verletzungen
Ähnlich wie bei den Fehlbelastungen können auch durch Verletzungen Verspannungen entstehen – nämlich dann, wenn gesunde Muskelregionen die verletzten Muskeln zu entlasten versuchen. Auch so kann ein Ungleichgewicht entstehen und eine dauerhaft ausgeprägte Muskelverspannung die Folge sein.
4. Psychische Belastungen
Auch psychische Belastungen können zu Muskelverspannungen führen, denn bei Stress ziehen wir unbewusst die Schultern hoch oder beißen die Zähne zusammen. Diese dauernde Muskelanspannungen führen zu einer Überlastung des Muskels und führen in den oben beschriebenen Teufelskreis der Muskelverspannung.

Was hilft gegen Muskelverspannungen?

Das Wichtigste bei akuten Verspannungen ist, die Muskeln wieder aufzulockern und geschmeidig zu machen. Das kann auf verschiedene Weise geschehen, benötigt aber bei chronischen Schmerzen deutlich mehr Zeitaufwand. Grundsätzlich sollten Sie natürlich versuchen, dem Auslöser für Ihre Verspannung auf die Spur zu kommen und ihn zu beseitigen.

Wärmetherapie
Bei einer akuten Verspannung kann zunächst einmal Wäre dabei helfen, die Schmerzen zu lindern. Denn Wärme fördert die Durchblutung und lockert so die verspannten Muskeln. Thermische Wärmepflaster bieten hier den Vorteil, dass sie punktuell auf die betroffene Muskelgruppe aufgeklebt werden und hier gezielt und über einen längeren Zeitraum die Durchblutung anregen. Hier erfahren Sie mehr über Wärmepflaster.
Bewegung
Wenn der akute Schmerz nachgelassen hat, können spezielle Übungen erheblich zur Besserung von Muskelverspannungen beitragen – auch deshalb, weil Betroffene dadurch auf mögliche Körperfehlhaltungen aufmerksam gemacht werden. So lassen sich Fehlhaltungen und -belastungen künftig vermeiden. Für einen spürbaren Erfolg sollten die Übungen regelmäßig und über einen längeren Zeitraum hinweg durchgeführt werden.
Die Ursachen beseitigen
Sollte eine Fehlhaltung der Grund für Ihre Verspannung sein, überprüfen Sie Ihre Sitzhaltung. Ein ergonomisch besser geformter Stuhl kann schon Wunder bewirken. Sie wachen morgens verspannt auf? Eine geeignetere Matratze bzw. ein besser geformtes Kopfpolster sind hier das erste Mittel der Wahl.
Sollte eine Erkrankung wie etwa ein Bandscheibenvorfall oder eine Arthrose Grund für Ihre Muskelverspannungen sein, muss diese natürlich adäquat von einem Arzt behandelt werden.
Richtig dehnen
Regel Nummer 1 beim Dehnen: Seien Sie vorsichtig! Falsches Dehnen oder Überdehnen ist kontraproduktiv und birgt sogar ein gewisses Verletzungsrisiko. Die Dehnung der betroffenen Muskelgruppe sollte als leichtes Ziehen spürbar sein. Beim Ausatmen langsam und ohne ruckartige Bewegungen langsam an den Endpunkt herantasten und 30 bis 60 Sekunden halten. Dann eine kurze Pause machen und die Übung wiederholen. Wenn Sie häufiger unter Verspannungen leiden, lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten die Übungen genau zeigen.
Lockernde Massagen
Solange die Verspannung noch nicht zu weit fortgeschritten ist, können auch fachgerechte Massagen oft für eine schnelle Linderung der akuten Beschwerden sorgen.
Anti-Stress-Maßnahmen
Stehen Sie ständig unter Druck oder leiden Sie unter einer psychischen Belastung? Zielgerichtete Entspannungsübungen wie Meditation, autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Yoga können Ihnen dabei helfen, wieder in Balance zu kommen und Ihre Muskeln zu entspannen. Versuchen Sie Ausgleich zum Stress zu bekommen – auch Sport (in Maßen) oder ein Hobby können dabei helfen.
Hilfe vom Hausarzt
Sollten die Verspannungen über einen längeren Zeitraum schmerzhaft anhalten, sollten Sie besser einen Arzt aufsuchen. Er ist in der Lage eine fachgerechte Diagnose zu stellen und eine Therapie zu empfehlen. In akuten Fällen kann er lokale Injektionen mit Schmerzmitteln oder Betäubungsmitteln direkt in den betroffenen Bereich vornehmen. Häufig muss eine solche gezielte Schmerzbehandlung auch als Erstes erfolgen, bevor Betroffene andere Behandlungsmethoden nutzen können.
Alternativ-medizinische Maßnahmen
Auch alternative Methoden gegen Muskelverspannungen können helfen. Beispielsweise können sich akute Schmerzen durch Akupunktur und Akupressur lindern und die Muskel-Blockaden lösen lassen. Auch Kneipp-Behandlungen mit warmen oder ansteigenden Güssen und Ruhepausen können hilfreich sein.

Wie kann ich Verspannungen vorbeugen?

Die einfachste Möglichkeit Verspannungen vorzubeugen lautet schlicht: mehr Bewegung! Gönnen Sie sich im Büro die eine oder andere Bewegungspause, bauen Sie Bewegung in Ihren Alltag ein, indem Sie vielleicht eine Busstation eher aussteigen, die Treppe nehmen oder mit Workouts oder Fitnesstraining beginnen. Alles, was Ihre Muskeln in Bewegung hält, hilft Verspannungen vorzubeugen und Schmerzen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Leiden Sie unter einem Hexenschuss? Hier erfahren Sie, was Sie bei einem Hexenschuss tun können.
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