Ursachen, Symptome und Behandlung von Muskelschmerzen
Zu viel Sport, falsch gelegen oder zu lange am Rechner gesessen? Muskelschmerzen können viele Ursachen haben – von Muskelkater über harmlose Verspannungen bis hin zu ernsthafteren Erkrankungen. Erfahren Sie mehr über mögliche Ursachen und was Sie gegen Muskelschmerzen tun können.
Jeder Mensch verfügt über rund 650 Muskeln – und fast jeder davon kann mal weh tun. Im Fitnessstudio zu viel Gas gegeben und am nächsten Morgen: AUA! Oder einen zu schweren Koffer gehoben und zack: Der Schmerz fährt einem in die Glieder. Beides sind muskuläre Schmerzen, aber beide fühlen sich unterschiedlich an – und haben auch ganz unterschiedliche Ursachen.

Muskelschmerzen können sich sehr unterschiedlich anfühlen

Muskelschmerzen (medizinisch Myalgien) können ganz unterschiedlich auftreten: von punktuell stechend über krampfartig und ziehend bis hin zu unspezifisch flächig und dumpf drückend. Einige Formen klingen nach kurzer Zeit wieder ab, andere sind hartnäckiger und bleiben länger bestehen. Die Art der Schmerzen und die Dauer der Beschwerden hängen unmittelbar mit den Ursachen zusammen. Gemeinsam haben sie aber eins: Sie alle sind unangenehm und schränken uns in unserer Bewegungsfreiheit ein. Um Muskelschmerzen besser verstehen zu können, lohnt es sich also, die möglichen Ursachen zu kennen. Erfahren Sie hier mehr über mögliche Ursachen und die Behandlung von Rückenschmerzen und Nackenschmerzen.

Welche Ursachen können Muskelschmerzen haben?

Muskelkater aufgrund hoher Belastungen

Der typische Muskelkater ist sicher eine der häufigsten Formen von Muskelschmerzen. Er quält uns nach körperlicher (Über)beanspruchung und befällt genau die Muskelpartie, die hoch belastet wurde – zum Beispiel die Beine nach einer anstrengenden Radtour oder den Rücken nach einem Umzug oder Renovierungsarbeiten.
Die Ursachen für Muskelkater sind noch nicht vollends geklärt. Früher wurde eine Übersäuerung der Muskeln durch Milchsäure angenommen – das ist inzwischen widerlegt. Heute geht man davon aus, dass durch die Belastung kleine Mikrorisse im Muskelgewebe entstehen, was winzige Entzündungen verursacht. Es wird vermutet, dass es durch die Schädigung der Muskelfasern zur Bildung von Zerfallsprodukten und Ödemen kommt, wodurch entzündliche Reaktionen entstehen können. Da sich die Schmerzrezeptoren nicht in den Muskelfasern selbst, sondern im umliegenden Bindegewebe befinden, wird der Schmerz erst zeitversetzt wahrgenommen. Tröstlich: Nach spätestens drei Tagen sollte ein Muskelkater wieder verschwunden sein.

Durch Sport hervorgerufene Muskelverletzungen

Deutlich unangenehmer als ein Muskelkater sind Muskelprellungen, zum Beispiel durch einen heftigen Schlag sowie Zerrungen und Muskelfaser- bzw. komplette Muskelrisse. Charakteristisch für Zerrungen sind punktuell und plötzlich auftretende stechende Schmerzen. Prellungsschmerzen sind eher dumpf. Meist entstehen solche Verletzungen beim Sport, wenn man nicht ausreichend aufgewärmt ist. Die Muskulatur ist einfach noch nicht geschmeidig genug und daher anfälliger für diese Art von Verletzungen.
  • Prellung
    Bei einem Schlag oder Sturz auf den Muskel wird der Muskel kurzzeitig gequetscht und Blutgefäße geschädigt. Dadurch entsteht ein mehr oder weniger großer Bluterguss, der ein schmerzhaftes Spannungs- und Druckgefühl im betroffenen Muskel verursacht.
  • Zerrung
    Eine Zerrung ist nichts anderes als eine kurzzeitige Überdehnung des Muskels. Ursache ist häufig eine plötzliche Überbelastung. Hier sind noch keine Gewebeschäden zu verzeichnen. Trotzdem braucht der Muskel nach einer Zerrung Ruhe, um sich zu erholen. Eine Zerrung heilt normalerweise problemlos innerhalb von ein bis zwei Wochen aus.
  • Muskelfaser- bzw. Muskelriss
    Eine noch stärkere Beanspruchung kann zu einem Muskelfaserriss oder in Extremfällen zu einem kompletten Muskelriss führen. Solche Risse sind deutlich langwieriger als eine Zerrung und sollten ärztlich begleitet werden. Üblich sind hier Behandlungszeiten je nach Schwere von bis zu mehreren Wochen.

Plötzlich auftretende Muskelkrämpfe

Ein Krampf ist eine plötzlich auftretende, ungewollte und schmerzhafte Muskelanspannung. Die Ursachen dafür können ganz unterschiedlich sein: Mineralstoffmangel, Stoffwechselstörungen, mangelnde Durchblutung, medikamentöse Nebenwirkungen, Schilddrüsenunterfunktion, Nervenschäden, Überbeanspruchung der Muskulatur oder orthopädische Ursachen. Am typischsten sind sicherlich Muskelkrämpfe, die durch Sport hervorgerufen werden. Eine mögliche Ursache ist der durch Schwitzen bedingte übermäßige Verlust von Flüssigkeit und Mineralstoffen, wie beispielsweise Magnesium oder Kalium. Allerdings sind weder die genauen Ursachen eines Muskelkrampfes noch der dabei entstehende Schmerz vollkommen erforscht.
Tipp: Ein Krampf lässt sich meist beenden, indem Sie den Muskel strecken. Bei einem Wadenkrampf einfach den Vorderfuß anziehen oder auf einen Treppenabsatz stellen, so dass die Wade gestreckt wird. Auch eine sanfte Lockerungsmassage kann gegen den akuten Muskelschmerz helfen.

Muskelverspannungen

Unter Muskelverspannungen versteht man (im Gegensatz zum Krampf) dauerhaft anhaltende unwillkürliche Muskelkontraktionen, die zu Muskelverhärtungen und Schmerzen führen können. Einfache Verspannungen beginnen meist mit ziehenden, lokal begrenzten Schmerzen, vor allem in den Schultern, im Nacken oder Rücken. Die betroffene Muskulatur wird hart und druckempfindlich. Später können die Schmerzen über die Schultern bis in die Arme ausstrahlen.
Die Ursachen für Verspannungen können vielfältig sein: Körperhaltung, Bewegungsmangel, Fehlstellungen oder monotone Bewegungsabläufe. Wer immer in gleicher Position vor dem Rechner oder im Auto sitzt, ist besonders gefährdet. Doch auch psychische Belastungen können zu Verspannungen führen, denn bei Stress ziehen wir unbewusst die Schultern hoch oder beißen die Zähne zusammen. Und wenn Muskeln dauerhaft angespannt sind, kommt es leicht zu Schmerzen und Verhärtungen.

Erkrankungen als Auslöser für Muskelschmerzen

Muskelschmerzen können nicht nur durch falsche Bewegungen, Überlastung etc. hervorgerufen werden, sondern auch – wenngleich deutlich seltener – durch Erkrankungen, z. B. durch rheumatische oder neurologische Erkrankungen. Andere Auslöser haben nicht unmittelbar etwas mit der Muskulatur selbst zu tun – können aber auch für Muskelschmerzen sorgen. Hinzu kommen entzündliche Erkrankungen, die meist durch Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Parasiten ausgelöst werden. All diese Befunde gehören natürlich in die Hände eines Arztes.

Was hilft bei Muskelschmerzen?

Einfache Antwort: Es kommt darauf an! So viele verschiedene Ursachen Muskelschmerzen haben können, so viele verschiedene Möglichkeiten der Linderung gibt es auch. Grundsätzlich lässt sich sagen: Versuchen Sie die Ursachen zu beseitigen und bleiben Sie soweit wie möglich in Bewegung. Bei Erkrankungen, die zu Muskelschmerzen führen, ist der Arzt gefragt. Er wird eine genaue Diagnose erstellen und soweit möglich eine entsprechende Therapie verordnen.
Bei Verspannungen können Sie selbst aktiv werden – am besten durch Prävention:
  • Versuchen Sie, sich viel zu bewegen. Adäquate Bewegung (Gehen, Radfahren, Schwimmen etc.) gilt als das beste Mittel, um Muskelschmerzen vorzubeugen.
  • Sitzen Sie viel am Schreibtisch? Dann versuchen Sie Ihre Sitzposition häufiger zu wechseln, stehen Sie auf und bewegen Sie sich. Ist Ihr Stuhl optimal eingestellt?
  • Haben Sie Übergewicht? Versuchen Sie es zu reduzieren. Das schont nicht nur Ihre Muskeln, sondern auch Knochen, Gelenke und innere Organe.
  • Führen Sie im Job einseitige Bewegungen aus? Belasten Sie im Fitnessstudio gezielt die „vernachlässigten“ Muskeln, um so für Ausgleich zu sorgen.
  • Stehen Sie unter Stress oder emotionaler Anspannung? Versuchen Sie für sich einen Ausgleich zu finden. Vielleicht durch Meditation, autogenes Training oder ein Hobby, das Ihnen Spaß macht.
  • Sind Ihre Muskeln stabil? Sie können Verspannungen im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich aktiv vermeiden, indem Sie die Muskeln hier gezielt trainieren. Wichtig ist ein gut abgestimmtes Training. Lassen Sie sich dafür in einem professionellen Fitnessstudio beraten.
Bei akuten Verspannungen helfen lockernde Massagen oder Wärme-Produkte, wie das Thermaplast Spiral Heat. Es liefert langanhaltende therapeutische Tiefenwärme. Die Muskulatur entkrampft, entspannt und lockert sich. Gleichzeitig werden mehr Sauerstoff und Nährstoffe in die Muskeln transportiert, was ebenfalls zur Genesung beiträgt und den Schmerz lindert.

Michael Richter zum Thema Rücken- und Nackenschmerzen

Der Physiotherapeut Michael Richter ist spezialisiert auf die Behandlung von Menschen mit Rücken- und Nackenbeschwerden. In seinem Video rät er zu Bewegung und Übungen gegen die Schmerzen.

Wann sollte ich mit Muskelschmerzen besser zum Arzt?

Mit einem Muskelkater, einem blauen Fleck, einer leichten Zerrung oder einfachen Verspannung, müssen Sie nicht zum Arzt. Diese Beschwerden werden spätestens nach ein paar Tagen von selbst wieder abklingen.
Wenn Sie allerdings unter diffusen Muskelschmerzen leiden, die über eine Woche lang anhalten oder mit der Zeit sogar schlimmer werden, sollten Sie besser einen Arzt konsultieren. Und sollten Sie sich beim Sport eine Verletzung zugezogen haben und ein Verdacht auf Muskelfaser- oder Muskelriss bestehen, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf.
Selbstverständlich haben wir die Tipps und Ratschläge unserer Website mit großer Sorgfalt für Sie zusammengestellt. Eine medizinische Beratung und Behandlung können sie trotzdem nicht ersetzen. Wenden Sie sich daher an einen Arzt, wenn Sie gesundheitliche Probleme haben oder vermuten, und halten Sie sich ungeachtet des hier Gelesenen an deren medizinischen Rat.

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