Wie funktionieren die verschiedenen Arten von Wärmepflastern?
Ganz gleich, ob Sie ein Bewegungsmensch sind oder es eher ruhig angehen lassen: Muskelschmerzen, Verspannungen, Hexenschuss oder Zerrungen kennen die meisten von uns. Wärme kann diese Schmerzen gut lindern – und Wärmepflaster sind dabei ein beliebtes Mittel.
Eine falsche Bewegung und zack: Der Schmerz fährt uns in den Rücken. Mit Glück lässt er nach ein paar Augenblicken wieder nach, aber mit Pech kann ein Hexenschuss auch schon mal länger dauern. Wärme ist bei Verkrampfungen, Verspannungen und Verhärtungen ein altbewährtes Mittel. Sie unterstützt die Durchblutung, lockert die Muskulatur, lindert Schmerzen und kann so die Beweglichkeit wieder verbessern. Wärmepflaster bieten hier eine gute Lösung: Sie wirken über Stunden und lassen sich bei der Arbeit und in der Freizeit einfach unter der Kleidung tragen.

Wogegen können Wärmepflaster helfen?

Die langanhaltende Wärme tut bei fast allen Arten von muskulären Schmerzen gut und kann zur Linderung beitragen:
  • Verspannungen
    Dabei handelt es sich um eine Muskelverhärtung, die an häufigsten im Nacken- und Schulterbereich auftritt. Ursachen dafür können z. B. untrainierte Muskulatur, Fehlstellung und Schonhaltung oder falsche Belastung und Stress sein.
  • Muskelkater
    Hohe körperliche Belastungen können zu winzigen Mikrorissen in den Muskeln führen. Infolgedessen entstehen die typischen, dumpfen Schmerzen in den vorher belasteten Muskelpartien.
  • Zerrungen
    Bei einer kurzzeitigen Überdehnung, häufig durch eine plötzliche Überbelastung hervorgerufen, entstehen noch keine ernsthaften Gewebeschäden, aber eine Anspannung des Muskels verursacht trotzdem Schmerzen.
  • Hexenschuss
    Diese akut einschießenden Schmerzen im unteren Rücken werden meist ausgelöst durch eine abrupte, ungewohnte oder ungeschickte Bewegung. Die Bewegungsfreiheit ist deutlich eingeschränkt.
Bei all diesen Beschwerden tragen Wärmepflaster dazu bei, die Durchblutung der Muskulatur an den entsprechenden Stellen zu fördern. Das entspannt, entkrampft und lockert die Muskulatur. Verhärtungen lösen sich schneller und die Schmerzen lassen nach. Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Arten von Muskelschmerzen und was dagegen hilft.

Welche Arten von Wärmepflastern gibt es – und wie funktionieren diese?

Grundsätzlich lassen sich zwei Arten von Pflastern unterscheiden:
  • Selbsterwärmende Wärmepflaster
  • Wärmepflaster mit Capsaicin

Selbsterwärmende Wärmepflaster

Diese Wärmepflaster (z. B. Thermaplast Spiral Heat) geben über einen gewissen Zeitraum Wärme in Höhe von ca. 40º C ab. Die in die Pflaster eingearbeiteten Wärmezellen enthalten Eisen, Aktivkohle, Salz und Wasser. Beim Öffnen der Verpackung kommen diese Zellen mit dem Sauerstoff aus der Luft in Kontakt und es erfolgt eine chemische Reaktion, wodurch sich die Pads innerhalb von 30 Minuten erwärmen.

Schmerzen, die infolge von Verspannungen, Überanstrengung oder Zerrungen auftreten, können auf diese Art effektiv gelindert werden. Diese Art von Wärmepflastern funktioniert ohne Arzneiwirkstoffe allein auf physikalischer Basis.

Erfahren Sie mehr darüber, was ein Hexenschuss ist und wie Sie ihn behandeln können.

Wärmepflaster mit Capsaicin

Die Wirkung dieser Wärmepflaster basiert auf dem in die Pflaster eingearbeiteten natürlichen Arzneiwirkstoff Capsaicin, der aus der Chilischote gewonnen wird. Dieser Inhaltsstoff stimuliert, äußerlich angewendet, die Durchblutung. Gleichzeitig blockiert das Capsaicin die Weiterleitung der Schmerzsignale an das Gehirn. Diese Doppelwirkung führt zu einem deutlichen Wärmegefühl bei gleichzeitiger Schmerzblockade.

Lesen Sie mehr darüber wie Verspannungen entstehen können und was gegen sie hilft.

Wie wirken Wärmepflaster?

In den meisten Fällen von Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen stecken keine schwerwiegenden Erkrankungen dahinter, sondern „nur“ Verspannungen der Muskulatur – ausgelöst durch falsche Sitzposition, Bewegungsmangel bzw. einseitige Bewegung oder Stress.

Egal ob „echte“ oder „gefühlte“ Wärme – der Effekt ist bei beiden Wärmepflaster-Prinzipien ähnlich: Durch die Wärme erweitern sich die Blutgefäße und die Muskeln werden besser durchblutet. Das trägt dazu bei, dass schmerzauslösende Stoffe schneller abtransportiert und die Muskeln besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Schmerzende Verspannungen und Verhärtungen lösen sich und die Muskulatur lockert sich. Beim Capsaicin Pflaster wird zusätzlich die Weiterleitung des Schmerzsignals an das Gehirn unterdrückt. Hier erfahren Sie, was bei Rückenschmerzen hilft.

Wärmen oder kühlen?

Eine Frage, die häufig in Zusammenhang mit Muskelschmerzen, Verspannungen, Hexenschuss etc. auftaucht lautet: Soll ich besser wärmen oder kühlen?

Wann sollte ich besser kühlen?

Kälte hilft dabei, übermäßige Körperreaktionen auf akute äußerliche Einwirkungen abzubremsen. Zum Beispiel:
  • Schwellungen bei Verstauchungen
  • Hämatome bei Prellungen
  • Schmerzen bei Zerrungen
Bei Verletzungen dieser Art gilt die PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlagern): Zur Kühlung am besten sofort mit Eis (in ein Tuch gewickelt) oder kaltem Wasser ca. 20 Minuten behandeln. Das lindert Schmerzen und reduziert Schwellungen und Blutungen im betroffenen Gewebe. Danach die betroffene Extremität hochlagern sowie einen elastischen Verband zur Kompression anlegen.

Wann sollte ich besser wärmen?

Resultieren die Schmerzen eher aus Verspannungen und Verkrampfungen als aus akuten Verletzungen, ist Wärme das geeignete Mittel, um Schmerzen zu reduzieren. Die Wärme regt die Durchblutung an, löst Verhärtungen und unterstützt mögliche Heilungsprozesse bei Verletzungen – sofern keine Entzündungen vorliegen. Später kann leichte Bewegungen helfen, den Regenerationsprozess zu unterstützen.

Welche Nebenwirkungen können Wärmepflaster haben?

Allgemein ist die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen bei Wärmepflastern sehr gering – aber eben nicht völlig ausgeschlossen.

Bei der Anwendung von wirkstoffhaltigen Wärmepflastern kann es als Teil der Wirkung zu starker Reizung der Haut und unangenehmen Brennen kommen. Falls die Wirkung als zu stark empfunden wird, sollte die Anwendung abgebrochen werden.

Bei selbsterwärmenden Wärmepads besteht die Gefahr von Hautreizungen oder Verbrennungen. Daher wird u. a. empfohlen, enge Kleidung oder zusätzlichen Druck zu vermeiden, die den Wärme-Effekt verstärken können. Beachten Sie die Gebrauchsinformation.

In welchen Fällen sollten keine Wärmepflaster verwendet werden?

In bestimmten Fällen sollten Sie Wärmepflaster besser nicht anwenden – bzw. vor ihrer Benutzung Rücksprache mit einem Arzt halten:
  • bei Hautverletzungen oder -erkrankungen,
  • wenn Sie unter Diabetes, Herzerkrankungen oder rheumatoider Arthritis leiden (hier ist der Arzt zu befragen),
  • während der Schwangerschaft oder Stillzeit (hier ist der Arzt zu befragen),
  • bei akuten Sportverletzungen, Prellungen oder Zerrungen (hier sollte zunächst gekühlt werden),
  • bei Kindern und Jugendlichen (Thermaplast Wärme-Pads nicht unter 12 Jahren),
  • nicht zusammen mit medizinischen Cremes, Salben oder zusätzlichen Wärmequellen
Selbstverständlich haben wir die Tipps und Ratschläge unserer Website mit großer Sorgfalt für Sie zusammengestellt. Eine medizinische Beratung und Behandlung können sie trotzdem nicht ersetzen. Wenden Sie sich daher an einen Arzt, wenn Sie gesundheitliche Probleme haben oder vermuten, und halten Sie sich ungeachtet des hier Gelesenen an deren medizinischen Rat.

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